Brecht hinterließ fast 500 Seiten mit szenischen Entwürfen, Chorpartien und Texten, die davon handeln, wie die Jagd auf individuellen Genuss gemeinsames Handeln und Solidarität bedroht.
Die Geschichte – oder besser die Geschichten vom ”Untergang des Egoisten Fatzer“ wurden gegen des ersten Weltkrieges in Angriff genommen. Angeführt von dem charismatischen Johann Fatzer ist eine Gruppe Soldaten von der verzweifelten und verlorenen Front desertiert. In ihrem engen Versteck warten die friedlosen Soldaten auf eine sozialistische Revolution – die niemals kommt. Das Warten wird zu einem Kampf ums Leben.
– Dies ist eine der brutalsten und potentesten Skizzen von Bertolt Brecht, geschaffen in einer Zeit des existenziellen Konfliktes zwischen politischer Verpflichtung und individueller Selbstrealisierung, zwischen Genuss und Verantwortung, Sexualität und Solidarität. Das Stück von Brecht lässt sich auch als Diagnose der Fronten verwenden, die den Ausgang der „Postmoderne“ prägen, meint Tore Vagn Lid, Regisseur und künstlerischer Leiter des Transittheaters Bergen.
Lid weckte internationale Aufmerksamkeit mit seiner Inszenierung von Brechts ”Die Maßnahme“ auf den Festspielen 2007.
Fatzer von BERTOLT BRECHT (1898–1956)
TORE VAGN LID (Re)konstruktion, Regie, Konzept, Übersetzung
KYRRE BJØRKÅS/GUNHILD MATHEA OLAUSSEN/TORE VAGN LID Bühnenbild
LINN THERESE MICHELSEN Kostüme
GRO ESPEDAL Chorleiter
THOROLF THUESTAD Ton
MARKUS GRANQVIST Licht
KRISTIAN PEDERSEN animator
CARO LÔVITZ dramaturgischer Assistent (Text)
MARI SOFIE ANDREASSEN Produzent
Mit: EINDRIDE EIDSVOLD, ØYSTEIN MARTINSEN, TOR CHR. F. BLEIKLI, HILDE ANNINE HASSELBERG, HANNE DIESERUD, PER BOGSTAD GULLIKSEN u.a.
PRODUZIERT VOM TRANSITTHEATER BERGEN IN EINER GEMEINSAMEN PRODUKTION MIT DEN FESTSPIELEN ZU BERGEN, DEM NATIONALTHEATER OSLO, DEM ROGALAND THEATER STAVANGER, ARTS PRINTING HOUSE – VILNIUS U.A.
Die Vorstellung wird auf Englisch getextet.